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Geschichte

Das Wilhelmspalais spiegelt in seiner rund 170-jährigen Geschichte wichtige Facetten der Stadtgeschichte wider. Objekte in unserer Sammlung  zur Hausgeschichte finden Sie  hier.

Erbaut wurde das Palais 1840 von Hofbaumeister Giovanni Salucci für die württembergischen Prinzessinnen Marie und Sophie. Die Innenausstattung wurde von Karl Ludwig von Zanth gestaltet. Prinzessin Marie von Württemberg lebte hier bis 1887. Ihre Schwester Sophie war als Königin der Niederlande nur zu Besuch im Wilhelmspalais. 1887 zog Wilhelm II. von Württemberg mit seiner zweiten Frau Charlotte ein, er wurde 1891 König von Württemberg. 1918 endete im Wilhelmspalais die Monarchie in Württemberg – am 9. November 1918 drangen Revolutionäre ins Haus ein, am 30. November dankte Wilhelm II. ab.

1929 gelangte das Gebäude dann in den Besitz der Stadt und wurde zu verschiedenen Zwecken genutzt – beinahe wäre es ein Zeppelin-Museum, das »Zeppelinäum« geworden. Unter dem nationalsozialistischen Regime war das Wilhelmspalais 1933 zunächst Sitz des Sicherheitsdienstes, dann wurde das Gebäude 1936 als »Ehrenmal der Leistungen der Deutschen im Ausland« und »Museum des Volkstums« umgebaut und neu eröffnet. Es war Repräsentationsort und Propagandainstrument des gleichgeschalteten Deutschen Auslandsinstituts, das im gegenüberliegenden Waisenhaus seinen Sitz hatte. 1944 wurde das Wilhelmspalais im Luftkrieg bis auf die Außenmauern zerstört. Über 15 Jahre war das Gebäude, wie viele andere in Stuttgart, eine Ruine. Ab 1961 baute der Architekt Wilhelm Tiedje das Gebäude im Inneren als Stadtbücherei in der Formensprache der 1960-er Jahre völlig neu auf. Die Ausstattung gestaltete Herta-Maria Witzemann. 1965 wurde die Stadtbücherei im Wilhelmspalais eröffnet, im 2. OG befand sich bis 1991 noch die stadtgeschichtliche Sammlung. Die Zentralbücherei war ein beliebter Ort und bot langfristig zu wenig Raum für die vielen Bibliotheksnutzer. Im Herbst 2011 zog die Stadtbibliothek in ihren Neubau am Mailänder Platz und das Gebäude wurde frei. Bis Ende August 2013 wird es von den Wagenhallen für Kulturveranstaltungen genutzt. Im Herbst 2013 soll der Umbau zum Stadtmuseum beginnen.

Mit dem Umbau zum Stadtmuseum wird architektonisch ein neues Kapitel der Hausgeschichte aufgeschlagen. Der Entwurf der Stuttgarter Arbeitsgemeinschaft Lederer + Ragnarsdóttir + Oei (Architektur) und jangled nerves (Ausstellungsgestaltung) setzt sich mit den Grundprinzipien des Gebäudes auseinander und gestaltet das Wilhelmspalais innen vollständig neu. Auf der Grundlage des originalen Raumgefüges von Salucci entsteht ein modernes Museum mit fließenden Raumübergängen und spannenden Blickachsen. Die historische Fassade bleibt erhalten, zur Konrad-Adenauer-Straße hin erschließt eine große Treppenanlage das Gebäude. Zur Urbanstraße ist ein Museumsgarten geplant. Mit dem Umbau zum Stadtmuseum wird das Wilhelmspalais wieder in sein historisches und städtebauliches Umfeld eingebunden. Die Architektur nimmt den ursprünglichen Stadtgrundriss mit der Planie als zentraler Achse auf und setzt sie im Wilhelmspalais fort. Stadtmuseum und Kunstmuseum sollen über diese Achse verbunden werden.

Ausdruck vom 22.05.2017
http://www.stadtmuseum-stuttgart.de/wilhelmspalais-geschichte.html