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Unsere Stadt –
unser Museum

Wie wurde aus Stuttgart, was es heute ist? Was waren wichtige Impulse für die Entwicklung der Stadt? Und wie könnte die Zukunft der Stadt aussehen? Antworten auf diese und andere Fragen wollen wir bald an einem Ort geben, der selbst Stuttgarter Geschichte geschrieben hat: dem Wilhelmspalais. Hier wird 2017 das Stadtmuseum Stuttgart eröffnet. Das neue Museum schließt eine Lücke im Kulturangebot der Stadt, denn für die Stadt und ihre Geschichte gab es bisher keinen Platz in einem Museum. Das Wilhelmspalais ist ein zentral gelegener Museumsstandort und war schon immer Schauplatz wichtiger historischer Ereignisse. Auch Dank des Engagements der Initiative Stadtgeschichte konnte das Projekt auf den Weg gebracht werden.

Das Stadtmuseum erzählt nicht nur Stadtgeschichte(n), sondern ist auch ein Ort, an dem Gegenwart und Zukunft der Stadt diskutiert werden können. Die ständige Ausstellung beleuchtet die Gegenwart und Geschichte der Stadt. Sonderausstellungen vertiefen Einzelbereiche der ständigen Ausstellung, der Fokus liegt auf Themen der Stadtgeschichte und Fragen der Architektur und Stadtplanung. Ausstellungen und Veranstaltungen führt das Stadtmuseum schon vor der Eröffnung durch.

Besonders in der Museumspädagogik ist das Stadtmuseum schon jetzt aktiv: Mit den Materialien »Stadtmuseum unterwegs« können Schulen seit 2010 selbstständig die Geschichte der Stadt erkunden. Auch das »Stadtlabor« – der zukünftige Bereich für Kinder und Jugendliche im Stadtmuseum – existiert bereits.


Ein offener und aktiver Ort

Mit dem Konzept des Stadtmuseums setzen wir auf flexibel nutzbare Flächen und die Verbindung des Museums in die Stadt. Über den medialen Raum sollen die Ausstellungen mit dem Stadtraum verbunden werden und – frei nach dem Wiki-Prinzip – für Kommentare und Ergänzungen offen sein.

Architektonisch soll das Erdgeschoss zum erweiterten Wohnzimmer der Stadt werden. Neben dem Museumsshop entstehen hier ein Vortragssaal mit 120 Plätzen und eine Fläche für Sonderausstellungen. Das Foyer und der Saal bieten Raum für Veranstaltungen und Diskussionen, sie können für Präsentationen, Feiern und andere Anlässe auch gemietet werden.

Die Ausstellungsetagen sind im 1. und 2. Obergeschoss geplant. Im 1. OG wird die ständige Ausstellung »Stuttgarter Stadtgeschichte(n)« präsentiert, die wir bewusst auf 900 m² konzentrieren, so dass im 2. OG 500 m² Fläche für Sonderausstellungen zur Verfügung stehen.

Das »Stadtlabor« im Gartengeschoss lädt Kinder und Jugendliche ein, ihre Zukunft in der Stadt zu planen. Im »Stadtlabor» sind sie als Nachwuchsplaner eingeladen, in Ausstellungen, Workshops und Projekten Fragen der Baukultur zu erkunden.

Das Museumscafé im 1. Obergeschoss hat Zugang zur Terrasse und bietet einen wunderbaren Blick auf die Stadt.

Zum Konzept des Museums gehören schon jetzt Kooperationen mit verschiedensten Partnern, Angebote für Schulen und die Aktivitäten des Stadtlabors, mit denen wir in die Stadt hinaus gehen. 


Die ständige Ausstellung: »Stuttgarter Stadtgeschichte(n)»

Was zeichnet Stuttgart aus? Die besondere Topographie des Kessels? Grün und Grau – Weinberge und Wald, Beton und Bundesstraßen? Ländlich geprägte Filderorte, das industrialisierte Neckartal oder die urbane Innenstadt? Was denken Stuttgarterinnen und Stuttgarter über die Stadt, was sagen andere? Stimmen die Klischees? Und: Wie und warum wird man Stuttgarterin und Stuttgarter? Anhand von Modellen, Medien, historischen Objekten und Dokumenten, Fotos und Filmen kann man Stuttgart im Museum erkunden.

Im Zentrum der Ausstellung zeigt ein medial bespieltes Modell die Topographie der Stadt und alle Stadtteile auf einen Blick. Von hier aus geht es in die Vergangenheit. In »Stadtgesprächen» erleben Besucher wichtige Ereignisse und Entwicklungen der Stadtgeschichte. Sie reichen vom Gründungsmythos über die Diskussion von Abriss oder Erhalt von Gebäuden nach 1945 oder die RAF in Stuttgart bis zu Stuttgart 21.

Zwei »Jahrhundert-Räume« erzählen die Stadtgeschichte ab der Mitte des 18. Jahrhunderts chronologisch. Der Weg von der kleinen Residenz- zur industrialisierten Großstadt steht im Mittelpunkt des 19. Jahrhunderts. Die Anfänge der Demokratie, die NS-Zeit, die folgende Zerstörung und der Wiederaufbau der Stadt zu einer von Migration geprägten Großstadt sind prägende Themen des 20. Jahrhunderts. Eine Chronik der Stadtgeschichte seit ihren Anfängen ergänzt die Präsentation.


Stadtgeschichte ist Migrationsgeschichte

Wer das heutige Stuttgart verstehen will, muss die Geschichte aller Menschen erzählen, die in dieser Stadt leben. Es sind Geschichten vom Abschied, Stadtgeschichten die in Petrota oder Cadiz beginnen. Es sind Geschichten vom Aufbruch und Ankommen, von Arbeit, Liebe, Fehlschlägen und Erfolgen.

Die Migrationsgeschichte Stuttgarts ist ein wichtiges Arbeitsfeld des Stadtmuseums. 2010 und 2011 zeigte das Stadtmuseum anlässlich der 50-jährigen Jubiläen der Anwerbeabkommen mit Griechenland, Spanien und der Türkei die Ausstellungen "Liebe auf den zweiten Blick" und "Merhaba Stuttgart" zur Migrationsgeschichte der Stadt.Um die Geschichten der vielen zugewanderten Stuttgarterinnen und Stuttgarter zukünftigen Generationen erzählen zu können, wurde ein eigener Sammlungsbereich zur Migrationsgeschichte angelegt. Unter www.migrationsgeschichte.de entstand eine Webseite mit Objekten zur Migrationsgeschichte.

Haben Sie noch Erinnerungsstücke an die Reise nach Deutschland und an die Ankunft hier in Stuttgart? Erste Anschaffungen, Ratgeber, Dokumente und Fotos Ihrer Familie und vom Arbeitsplatz? Wir suchen Erinnerungsstücke und Dinge, die davon erzählen, wie aus einer fremden Stadt eine vertraute Umgebung, eine Heimat, wurde.
Weitere Informationen


Zahlen und Fakten

  • Fläche: 4.054 m² Raumprogrammfläche bei insgesamt 8.916 m² Bruttogeschossfläche
  • Investitionskosten: Gesamtkosten Hochbau und Ausstellung 39,8 Mio. €. Der Umbau des Wilhelmspalais wird gefördert im Rahmen des Bund-Länder-Programms »Innenentwicklung - Aktive Stadt- und Ortsteilzentren« mit Mitteln der Bundesrepublik Deutschland, des Landes Baden-Württemberg und der Landeshauptstadt Stuttgart.
  • Bauherr: Amt für Liegenschaften und Wohnen der Landeshauptstadt Stuttgart vertreten durch das Hochbauamt
  • Museumskonzept: Planungsstab Stadtmuseum im Kulturamt der Landeshauptstadt Stuttgart
  • Architektur: Lederer + Ragnarsdóttir + Oei Architekten, Stuttgart, www.lederer-ragnarsdottir-oei.de
  • Ausstellungsgestaltung: jangled nerves, Stuttgart, www.janglednerves.com
  • Corporate Design: L2M3 Kommunikationsdesign, Stuttgart, www.L2M3.com

 

Ausdruck vom 26.02.2017
http://www.stadtmuseum-stuttgart.de/stadtmuseum-stuttgart-konzept.html