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Das städtische Lapidarium – Park und steinernes Bilderbuch

In einer Parkanlage gelegen, bietet das Städtische Lapidarium einen besonders reizvollen Zugang zur Bau- und Kulturgeschichte der Landeshauptstadt. Die Anlage ist innerhalb der Stuttgarter Museumslandschaft eine Besonderheit: einerseits historische Parkanlage, andererseits als Freilichtmuseum eine Art »steinernes Bilderbuch« der Stadtgeschichte. Terrassen, Brunnenhof und alte Bäume laden zum Verweilen ein.

Der Name ‚Lapidarium‘ leitet sich vom lateinischen lapis, ‚Stein‘ ab und bezeichnet eine Sammlung von Steinwerken, etwa Skulpturen, Grabsteine und Bauplastik.

Im Jahre 1905 legte Karl von Ostertag-Siegle den Park nach Vorbildern italienischer Renaissancegärten an. Er schuf im Mittelpunkt des heutigen Lapidariums eine Wandelhalle mit Antikenwand, in der er eine Vielzahl von Fragmenten römischer Antiken anbringen ließ, die er auf Reisen nach Italien erworben hatte. 1950 erwarb die Stadt die Anlage und richtete auf Initiative von Gustav Wais mit über zweihundert Plastiken und Überresten zerstörter oder abgerissener Bauten Stuttgarts das Städtische Lapidarium ein. Unter den Baufragmenten sind u.a. ein Portalfragment eines der ältesten Häuser Stuttgarts, des Alten Steinhauses (um 1286), die Eingangsfassade zum Wohnhaus des Baumeisters Heinrich Schickardt (1596-1602), das Portal der großen Mühle in Berg (1613) oder die Jaspis-Schale aus dem Besitz der Königin Olga (1858). Bedeutende Plastiken sind u.a. die »Nymphengruppe« von Johann Heinrich Dannecker (1758–1841) und die Marmorfigur »Luna« von Adolf von Hildebrand (1847–1921).

»Mich zieht dieser abgeschiedene Garten mit seinen Steintrümmern wie kein anderes Museum in die Vergangenheit zurück, wahrscheinlich, weil das Ewige (denn Gras, Baum, Büsche und rieselndes Wasser werden uns alle überleben) dicht neben dem Vergänglichen steht. Und während du weitergehst, dich niedersetzt neben Standbildern, an die Blätter rühren, ist es als ob du dir selbst begegnest.«Hermann Lenz: Stuttgart (1983)

Das Städtische Lapidarium ist nur in der warmen Jahreszeit, zwischen Anfang Mai und Mitte September zugänglich. In den Sommermonaten finden in der zauberhaften Atmosphäre des Lapidariums Musikveranstaltungen, Lesungen und Theateraufführungen für Erwachsene und Kinder statt.

Führungen und Veranstaltungen

Öffentliche Führungen finden jeden Mittwoch ab 14.30 Uhr statt, Anmeldung nicht erforderlich. Weitere Termine für Gruppen nach Vereinbarung.

Kosten: 3 Euro pro Person

Zwischen Juni und August gibt es ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm für Erwachsene und Kinder. Bitte beachten Sie: Alle Veranstaltungen finden unter freiem Himmel statt und können wetterbedingt kurzfristig ausfallen.

Eintritt: 5 Euro
bzw. am 15. + 18. Juli
6 Euro (VVK) / 8 Euro (AK)

Bei Veranstaltungen des Stadtmuseums ist der Eintritt für Kinder/Schüler kostenlos, für Inhaber der Bonuscard + Kultur sind 10 Freikarten reserviert. Für diese Veranstaltungen findet kein Vorverkauf statt. Informationen unter 0711 / 216 96 400.

Vorverkauf ausschließlich für Veranstaltungen von Merlin Kultur e.V. – Informationen und Karten unter www.merlinstuttgart.de

Das Lapidarium liegt in einer Wohngegend. Bitte respektieren Sie die Privatsphäre unserer Nachbarn!

Ausdruck vom 07.12.2016
http://www.stadtmuseum-stuttgart.de/lapidarium.html