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Stadtmuseum Bad Cannstatt

»Ein Arzt ist kein Mann!«

Zur Geschichte der Ärzte und Apotheken in Cannstatt von den Anfängen bis 1918

17.05.–30.10.2017

Als in der Hochzeit der Kurstadt Cannstatt um 1850 die Prinzessin Gagarin aus St. Petersburg mit ihrer erwachsenen Tochter bei Dr. Albert Veiel vorstellig wurde, genierte sich die Tochter sich vor dem bekannten Hautarzt »frei zu machen«. Entnervt über die Haltung der jungen Frau riss ihr die Mama schließlich resolut das Hemd vom Leibe und rief auf Französisch: »Ein Arzt ist kein Mann!« – ein Satz, der bei den Veiels und ihren Nachfahren zum vielzitierten Bonmot wurde.

Überliefert ist die Anekdote in den 1922 / 23 verfassten Lebenserinnerungen von Prof. Dr. Theodor Veiel, Chefarzt am Krankenhaus Cannstatt und Begründer des dort bis heute bestehenden Hautklinik-Schwerpunktes. Die Sonderausstellung lenkt den Blick vor allem auf die Einrichtungen des 19. Jahrhunderts und nimmt neben den Veiels, die über drei Generationen eine erfolgreiche Hautklinik (die erste ihrer Art in ganz Deutschland) betrieben, auch Jakob Heine in den Fokus, europaweit bekannter Fachorthopäde mit eigener Klinik und gemeinsam mit seiner Frau Ehrenbürger Cannstatts.Dazu kommen die Arztfamilien Burckhardt und Tritschler sowie die Fachärzte Heinrich Ebner und Theobald Kerner (»Justini Sohn«), die »Gebets-Heilanstalt« der Henriette von Seckendorff-Gutend und schließlich die Fachkliniken für psychosomatische Erkrankungen.

Auch die Geschichte der Cannstatter Apotheken weist ihre eigenen Höhepunkte auf. Die Kronen-Apotheke (zeitweise im Besitz der Familie Obermiller) ist die Älteste und besteht seit 1638. Die Virgil Mayer‘sche Hofapotheke war die erste rein homöopathische Apotheke im Königreich Württemberg. Aus beiden Apotheken haben sich interessante Relikte erhalten, von denen eine Auswahl erstmals in der Ausstellung zu sehen sind, so zum Beispiel das großformatige Rezeptbuch der Obermillers, in den 1890er Jahren angelegt. Hier entdeckt man, dass auch die Daimler-Motorenwerke einmal Benzin in der Kronen-Apotheke gekauft haben. Außerdem gab es eine Reihe von Cannstatter Firmen, die entweder medizintechnische Geräte produzierten oder im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel erfolgreich waren.

Die Lazarette des Ersten Weltkriegs bilden den Abschluss des Gangs durch die interessante Medizingeschichte Bad Cannstatts.

Öffnungszeiten
Mi, 14 – 16 Uhr
Sa, 14 – 17 Uhr
So, 12 – 18 Uhr

Sonderöffnungszeiten durch Pro Alt-Cannstatt
Do, 25.05.2017 (Christi Himmelfahrt), 12 – 18 Uhr
Mo, 05.06.2017 (Pfingstmontag), 12 – 18 Uhr
Do, 15.06.2017 (Fronleichnam), 12 – 18 Uhr
Sa, 08.07.2017 (Cannstatter Kulturmenü), geöffnet 14 – 19 Uhr
Di, 03.10.2017 (Tag der Deutschen Einheit), geöffnet 12 – 18 Uhr

Eintritt frei

Öffentliche Führungen
keine Anmeldung erforderlich, Gebühr 3 Euro
Mi, 31.05.2017, 16 Uhr (Dr. Schmid)
So, 18.06.2017, 15 Uhr (Schulze)
Mi, 05.07.2017, 16 Uhr (Dr. Schmid)
Mi, 16.08.2017, 16 Uhr (Schulze)
Di, 03.10.2017, 15 Uhr (Schulze)

Schulklassen- und Gruppenführungen
Tel. 0711 / 216 96 406
E-Mail Bitte aktivieren Sie JavaScript!

Begleitveranstaltung
»Die Veiels – Cannstatter Hautärzte von Renommee«
Vortrag von Olaf Schulze, Historiker
In der Reihe »Cannstatt – eine Spurensuche« in der
Stadtteilbücherei Bad Cannstatt, Überkingerstraße 15.
Samstag, 17.06.2017, 17 Uhr, Eintritt frei

Veranstaltungort

Stadtmuseum Bad Cannstatt

Marktstraße 71/1 (Klösterle)
70372 Stuttgart-Bad Cannstatt

Tel (0711) 5647 88
(während der Öffnungszeiten)
Tel (0711) 216 964 00
(Mo -Fr / Planungsstab Stadtmuseum)

Weitere Informationen zum Veranstaltungsort

Ausdruck vom 22.11.2017
http://www.stadtmuseum-stuttgart.de/ein-arzt-ist-kein-mann.html