• Puppen aus dem Figurentheater La Plapper Papp
  • Nixe aus dem Figurentheater La Plapper Papp
  • Rosa Pferd und Huhn aus dem Figurentheater La Plapper Papp
  • Übergabe der Puppen
  • Fakir und Nadelkissen aus dem Figurentheater La Plapper Papp
  • Elvis und Marilyn Monroe aus dem Figurentheater La Plapper Papp

Nicht (nur) von Pappe – die Puppen aus dem Theater „La Plapper Papp“

Im Depot des Stadtmuseums Stuttgart tummeln sich allerlei Stars und Sternchen: In einer Ecke räkeln sich lasziv Marilyn Monroe und Dolly Buster – wofür Marlene Dietrich lediglich einen kühlen Blick übrig hat. In einem anderen Winkel singen Luciano Pavarotti und Placido Domingo aus vollen Hälsen um die Wette, belächelt von der sprunghaften Josephine Baker mit ihrem berühmten Bananenrock. Begleitet werden die Berühmtheiten von allerlei Wundertieren und schrillen Charakteren.

Die illustre Gesellschaft aus Berühmtheiten und Märchenwesen, die seit Kurzem das Museumsdepot bevölkert, ist so manchem Stuttgarter noch in liebevoller Erinnerung. Handelt es sich doch um Puppen aus dem Fundus des Figurentheaters „La Plapper Papp“. Dessen märchenhafte, satirische – und hin und wieder frivole – Revue-Programme waren in über 40 Jahren Spielbetrieb vielen Besuchern und Freunden des Theaters ans Herz gewachsen.

Begonnen hatte alles 1960, als Anni Weigand, damals noch Dozentin für bildhaftes Gestalten im Jugendhaus Ost, ihre ersten Pappfiguren schuf. Ihr fantasievolles Spiel sorgte bald für Furore auf Puppenspielertreffen und bereits 1962 hatten Frau Weigands Schöpfungen ihren ersten großen internationalen Auftritt beim Puppenfestival in Warschau. Diesem folgten viele weitere, und nach einer erfolgreichen Tournee durch die USA suchte man in Stuttgart eine feste Spielstätte.

1970 schließlich wurde im Gewölbekeller der ehemaligen Villa Hauff, dem Werkstatthaus Ost, das Figurentheater „La Plapper Papp“ gegründet. Das historische Ambiente passte wunderbar zur traumhaften Stimmung der Aufführungen und es bildete sich eine wachsende Fangemeinde.

Bei der Herstellung der Figuren für Revuen wie „Noblesse à Plüsch“, „Frivoletto“ oder „Pappstars Musical Night“ ließ Frau Weigand ihrer Fantasie freien Lauf und verarbeitete vom Nudelsieb bis zur Federboa alles, was ihr in die Finger kam, garniert mit viel Tüll und Glitter. Heraus kamen pointierte und originelle Darstellungen prominenter Persönlichkeiten und von Märchenfiguren und Traumwesen aller Art.

Für dieses kreative Gesamtwerk wurde Frau Weigand 2001 durch den damaligen Oberbürgermeiser Wolfgang Schuster mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Auch in den Folgejahren war sie bei jeder Vorstellung anwesend und kümmerte sich weiterhin um „ihre Kinder“, die Puppen.

2016 endeten mit einer großen Revue aus Höhepunkten aller vorangegangenen Shows insgesamt 46 Jahre Spielzeit: Es hatte sich leider kein Nachfolger für den Betrieb des Figurentheaters gefunden.

Ein Teil der Puppenfamilie fand aber eine neue Heimat im Stadtmuseum Stuttgart. Bei deren Umzug im März 2017 war die mittlerweile 97jährige „Puppenmutter“ höchstpersönlich dabei, und erzählte so manche Anekdote zu einzelnen Charakteren. In der kommenden Zeit erhalten nun Fakir, Schäfchen, Julitschka und all die anderen eine Wellness-Behandlung in Form von Restaurierung und Reinigung, ehe sie in späteren Ausstellungen in altem Glanz und Gloria wieder die Besucher erfreuen können. Der eine oder andere wird dann wieder Helden aus der Kindheit begegnen.

Denn – für alle, die es noch nicht wussten: Elvis lebt! Im Stadtmuseum Stuttgart.

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