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Adieu!

Während ich das schreibe, liegen die letzten Stunden meiner Arbeit am Stadtmusuem vor mir. Jetzt ist es dann vorbei und ich verlasse definitiv diesen Job, der mich fast acht Jahre lang begeistert, erfahrungsreicher, manchmal genervt aber immer erfüllt hat. Ich haber hier vieles erlebt, was mich bereichert hat, das mich vorwärts gebracht, das mich zum Nachdenken gebracht und ich hoffe, dass ich durch meine Arbeit auch andere bereichert, vorwärts gebracht oder zum Nachdenken gebracht habe. Denn genau so habe ich meine Arbeit verstanden: Impulse geben; sei es im Team, sei es mit Koopeationspartnern oder mit (potentiellen) Besuchern.

Ein Ereignis wird mir immer sehr in Erinnerung bleiben. Ich baute gerade die Ausstellung „Liebe auf den zweiten Blick“ im Rathaus auf, als sich plötzlich eine Traube von Reinigungskräften vor einem Teil der Ausstellung aufbaute und auf die ausgestellten Bilder mit großer Begeisterung zeigte. Ich konnte mir nicht erklären, was da los war. Das Bild bei dem die Gruppe stand, zeigte Tänzerinnen bei einem griechischen Fest, das in Stuttgart-Ost gefeiert wurde, schätzungsweise in den 1980er Jahren. Die Reinigungskräfte erklärten mir, dass es sich bei den abgebildeten Personen um Tanten, Omas und Mütter der Gruppe handelte. Sie waren alle restlos begeistert, dass so etwas im Rathaus gezeigt wird und fühlten eine große Wertschätzung. Das hat mich sehr beeindruckt und mir klar gemacht, dass wir mit unseren Themen und unserem Vorgehen genau auf dem richtigen Weg sind.

Jetzt ist es  also Zeit um Adieu zu sagen. Natürlich werde ich die Arbeit, die Kolleginnen und die Aussicht aus dem Tagblattturm vermissen. Bei der Eröffnung des Stadtmuseums werde ich mich sehr freuen, weil es dann endlich da ist, auf das ich so lange hingearbeitet habe. Aber ich werde auch traurig sein, weil ich dann nicht hinter der Bühne mit dem Team auf die Eröffnung anstoßen werde, weil ich jetzt „mein Baby“ abgebe. Ich werde dieses tolle Team vermissen, die Gespräche am Kaffeeautomat, das stundenlange konzeptionieren, das Prüfen ob jede wilde Idee wirklich wild ist, oder ob wir uns nicht doch trauen sie umzusetzen. Ich wünsche dem ganzen Team aber viel Kraft für dieses harte Jahr, das jetzt vor ihnen liegt. Ich wünsche mir, dass sie weiterhin Mut beweisen neben den ausgetrampelten Wegen zu gehen. Ich wünsche mir, dass sie allen zeigen, was für ein tolles Projekt dieses Stadtmuseum Stuttgart ist und riesigen Erfolg damit haben.

Für mich geht es am Landesmuseum Württemberg weiter. Eine Stelle auf die ich mich freue und die mir ganz neue, ganz andere Gestaltungsmöglichkeiten geben wird. Ihr werdet von mir hören!

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  1. Lieber Markus,
    anfangs als Kollege und bald dann auch als Freund habe ich immer mit großer Neugier verfolgt, was Du im Stadtmuseum so treibst – ich bin auf jeden Fall einer von denen, die Du bereichert hast, wie du oben schreibst. Manche Ideen hätte ich selber gerne gehabt 😉
    Du wirst auch das Landesmuseum und Waldenbuch bereichern, die können sich auf Dich freuen. Und für uns Stuttgarter Kolleg*innen bleibst du ja zu unserem Glück vor Ort. Wir sehen uns. Auf weiterhin gemeinsame neue unausgetretene Museumswege!
    Ganz herzlich
    Martin aus dem Linden-Museum

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