• So sehen die eingesendeten Fotos ausgedruckt aus.
  • Insgesamt befinden sich 1435 Fotos im Grundstein.
  • Die Archivkiste wird mit den ausgedruckten Fotos gepackt.
  • Die Archivkiste ist randvoll geworden mit all den Bildern.
  • Die gefüllte Archivkiste wird verschlossen.
  • Die Archikiste kommt dann in diese Edelstahlkiste. Hier steht sie noch beim Hersteller.
  • Speziell angefertige Kellen für das Schließen des Betongrundsteins.

Unser Grundstein.

Bevor wir über Wochen die Bilder für den Grundstein sammelten, mussten wir erst klären, wie wir diese digitalen Bilder überhaupt in den Grundstein bekommen. Dabei gab es vor allem zwei Probleme: 1. wir hatten keinerlei Ahnung wie viele Bilder uns erreichen würden und damit auch keine Ahnung wie groß der Grundstein werden müsste und 2. wie schaffen wir es, dass die Bilder im Grundstein auch möglichst lange Zeit unbeschadet überstehen und sie nicht einfach zu Staub zerfallen.

Problem 1 stellte sich nach Rücksprache mit den Architekten und Rohbauern als weniger bedeutend heraus. Wir erhielten das Signal, dass wir eigentlich jede Größe an Grundstein liefern könnten und dieser dann im Boden versenkt werden kann. Es blieb jedoch die Angst, dass der Rücklauf gering bleiben würde und wir am Ende mit einer Handvoll Fotos dastehen würden. Aber weit gefehlt. Am Ende waren es 1435 Fotos, die uns von Stuttgarterinnen und Stuttgartern zugesandt wurden und die wir allesamt in den Grundstein packen konnten. Damit wussten wir wie groß der Grundstein werden muss und konnten ihn in Auftrag geben.

Das zweite Problem machte uns weniger Sorgen, denn schließlich ist es Aufgabe von Museen Objekte für spätere Generationen aufzubewahren. Wir konnten also auf Bekanntes zurückgreifen. Klar war, dass wir die Fotos nicht auf CD oder DVD gebrannt in den Grundstein legen konnten. Zum einen sind die Haltbarkeitszeiten für beide Träger nicht besonders gut, zum anderen weiß niemand ob es zum Zeitpunkt der Bergung diese Datenträger überhaupt noch gibt und ob die Dateiformate ausgelesen werden können. Die Fotos mussten also auf Papier gebracht werden. In diesem Bereich gibt es Spezialanbieter, die Archivpapier anbieten, das garantiert 100 Jahre lang hält. Modernes Papier ist lange nicht so  beständig und zerstört sich mit der Zeit selbst. Auf solches Archivpapier wurden die Fotos aufgedruckt. Da es in der Kiste unter der Erde keinen Lichteinfall geben wird, müssen wir uns auch keine Sorgen wegen des Ausbleichens machen. All die ausgedruckten Fotos kommen dann in einen Archivkarton, ebenfalls genau so lange garantiert haltbar und ebenso säurefrei. Aus Katastrophen wie dem Einsturz des Stadtarchivs in Köln hat man gelernt, dass solche Kisten einen enormen Schutz bieten und selbst enormen Stößen und Wasser standhalten können. Dieser Archivkarton wird wiederum in eine Kiste aus Edelstahl gepackt, die zugeklebt wird. In der Regel sind Zeitkapseln aus Kupferrohren und durch ihre Form sehr stabil. Da eine Kiste diese Stabilität zunächst nicht hat, wurde sie aus V4A Stahl gefertigt, sie rostet damit nicht, ist unempfindlich gegen diverse Chemikalien und kann, sollte sie irgendwann in die Nähe einer abreißenden Baggerschaufel kommen, massiver Krafteinwirkung standhalten.

Damit sind wir aber nicht am Ende. Einer russischen Puppe gleich wird diese Edelstahlkiste bei der Grundsteinlegung in ein Betonfertigteil gelegt, das von den Ehrengästen mit einer Betonplatte abgedeckt wird und dann mit Mörtel verschlossen wird. Einen Tag nach dieser Aktion, wenn alle Gäste weg sind, wird ein Kran dieses Betonteil über die Fassade des Wilhelmspalais hinwegheben und im Inneren des Gebäudes in ein Loch einsetzen. Darüber wird in den folgenden Tagen die Grundplatte des Museums betoniert. Und unser Grundstein mit seiner Zeitkapsel wartet ab dann auf seine Entdeckung.

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  1. Wenn ich mir vorstelle, dass irgendwann einmal die Bilder gefunden werden, bzw. der Grundstein geöffnet wird, und mein Bild dabei ist, bekomme ich gerade eine Gänsehaut….. 🙂

  2. Wenn ich ehrlich bin, dann ging es mir während der ganzen Aktion so… Leider werden wir es wohl nicht mehr erleben, dass der Stein geöffnet wird…

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