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Literatur im Hegel-Haus

06.03.2014

Mo, 31. März 2014, 19:30 Uhr

»Man muss aus einem Licht fort in das andre gehn« Christian Morgenstern – eine Hommage zum 100. Todestag

 Am 31. März 1914 starb Christian Morgenstern im Alter von nur 42 Jahren. Bekannt und bis heute beliebt wurde er durch seine humorvoll-hintergründigen Gedichte, insbesondere die »Galgenlieder«. Dabei war er ein durchaus „ernster“ Dichter, dessen Prosa, Dramen und Briefe bis heute kaum gewürdigt werden. Er übersetzte auch Werke aus dem Norwegischen (Strindberg, Hamsun, Ibsen) und beschäftigte sich in seinen letzten Lebensjahren als enger Freund Rudolf Steiners mit dessen Anthroposophie. Die Lesung möchte einen Einblick geben in Morgensterns »vergessenes« Werk – wobei seine »komische« Seite natürlich nicht zu kurz kommt.

Mo, 19. Mai 2014, 19:30 Uhr

»Höherer Blödsinn« Thaddäus Troll – eine Hommage zum 100. Geburtstag

Trolls hundertster Geburtstag (am 18. März) liegt zwar schon eine Weile zurück, aber sich an diesen ebenso klugen wie engagierten Stuttgarter Philosophen-Dichter zu erinnern, ist es nie zu spät. – Er schrieb über Essen und Trinken, Gesundheit und Krankheit, Schwaben und Neig’schmeckte, übers Kindermachen und Sterbenwollen, Politik und Gesellschaft, kurz: über Gott und die Welt. Humorvolle und tiefsinnige Texte, denen der Wandel der Zeit nichts anhaben kann. – Troll, ein Heimatdichter aus Cannstatt? Mitnichten! »Ein Artist und poeta doctus. Ein Mann, der Worte zum Leuchten bringen kann, so wie’s Tucholsky einmal konnte« (Walter Jens).

Mo, 29. September 2014, 19:30 Uhr

Ernst Glaeser, Jahrgang 1902. Roman

Dieser Roman, 1928 erschienen, war ein Sensationserfolg und machte den 26-jährigen Autor über Nacht bekannt. Die Kritik feierte das Buch als Manifest einer ‚verlorenen Generation’. Denn zu jung, um am Ersten Weltkrieg teilgenommen zu haben, waren die ab 1902 Geborenen doch alt genug, um zu erleben, wie all ihre Vorbilder, Werte und Ideale im Taumel des Krieges und hinter den Frontlinien radikal zerstört wurden. Ihr desillusioniertes Lebensgefühl gerinnt zu der Formel: »Der Krieg, das sind unsere Eltern«. Glaesers Roman ist »das vielleicht scharfsinnigste Buch über die Verfassung der bürgerlichen Gesellschaft vor und während des Ersten Weltkriegs« (Jean Améry).

Mo, 17. November 2014, 19:30 Uhr

 »Ich bin etwas schief ins Leben gebaut« Joachim Ringelnatz – eine Hommage zum 80. Todestag

Heute vor 80 Jahren starb Joachim Ringelnatz. Mit seiner skurrilen Lyrik, mit Nonsensversen und grotesken Satiren verlieh er dem Lebensgefühl seiner Generation Ausdruck wie kein zweiter. Seinen Protest gegen die Welt der hurrapatriotischen Väter, gegen ihre humorlose Bürgerlichkeit kleidete er in scheinbar harmlose Gedichte, in Kinderbücher und rüde Geschichten um den Seemann »Kuttel Daddeldu«. Aber er war auch immer ein bisschen wehmütig, melancholisch und sogar fromm – dabei ein grandioser Erzähler. In den ausgewählten Gedichten, Briefen, Prosastücken und autobiographischen Texten zeigt sich Ringelnatz als begnadeter ‚Antiheld’ der deutschen Literatur.

Dokumente & Links

Ausdruck vom 26.04.2017
http://www.stadtmuseum-stuttgart.de/662.html