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Literarischer Abend

Ebbe Kögel: August Lämmle und Josef Eberle, schwäbische Dichter zwischen Anpassung und Widerstand

Museum Hegel-Haus 09.02.2016, 19:30 Uhr

Die nach wie vor besten, wenn auch oft in Vergessenheit geratenen Gedichte in schwäbischer Mundart stammen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, von den Dichtern August Lämmle und Sebastian Blau alias Josef Eberle. In einem Vortrag werden sowohl Gedichte der beiden vorgestellt als auch die Bandbreite der Wahlmöglichkeiten zwischen Anpassung und Widerstand in einer Diktatur skizziert.

August Lämmle (1876–1962), ein Schulmeister, wurde vor allem durch seine Sammlungen schwäbischer Geschichten und schwäbischen Brauchtums bekannt. 1900 war er Lehrer in Stetten und veröffentlichte Geschichten zum Pfeffer von Stetten. 1933 wählte er den Weg der Anpassung. Er wurde ein glühender »Blut-und-Boden«-Dichter und Hitler-Verehrer und machte Karriere, u.a. als Präsident der Reichsschrifttumskammer.

Ganz anders Josef Eberle (1901-1986): Nach einer Buchhändlerlehre kam er als Lektor zum Süddeutschen Rundfunk. Dort erhielt er 1933 Berufsverbot und hielt sich anschließend mit dem Verfassen schwäbischer Gedichte unter dem Pseudonym Sebastian Blau über Wasser. Als die Nazis seine jüdische Ehefrau deportieren wollten, ging er mit ihr in den Untergrund. Nach dem Krieg wurde er Herausgeber der »Stuttgarter Zeitung«.

Ebbe Kögel ist Vorsitzender des Politik- und Kulturvereins Allmende Stetten und betätigt sich als Heimatforscher und Regionalhistoriker.

Kostenbeitrag: je 8 Euro inkl. ein Glas Hegel- bzw. Hölderlinwein

Eine Kooperationsveranstaltung der Anstifter und des Stadtmuseums Stuttgart.

Veranstaltungort

Museum Hegel-Haus

Eberhardstr. 53
70173 Stuttgart

Tel (0711) 216 964 10 oder 216 964 00
(Mo -Fr / Planungsstab Stadtmuseum)

Weitere Informationen zum Veranstaltungsort

Ausdruck vom 24.03.2017
http://www.stadtmuseum-stuttgart.de/1014.html